Jagdkynologischer Arbeitskreis Bayern e.V.

Landesvertretung des JGHV

 

Praxisgerechte Jagdhundeausbildung ist in Bayern nicht gefährdet

pm praxisgerechte Hundeausbildung

Staatsminister Thorsten Glauber, MdL, und Dr. Sandra Schönreiter vom Tierschutzreferat im Bayerischen Verbraucherschutzministerium informierten sich eingehend über die praxisgerechte Jagdhundeausbildung  in Bayern. Der Jagdkynologische Arbeitskreis Bayern (JKA) hat zu einem Ortstermin in den mittelfränkischen Landkreis Fürth eingeladen.

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JKA-Präsident Frank Wagner konnte im Rahmen eines Ausbildungskurses zeigen, dass positive  Verstärkung ein wichtiger Teil einer guten Ausbildung  ist, im Einzelfall muss Fehlverhalten aber auch korrigiert werden. Nur durch eine derart profunde Ausbildung der Jagdhunde  ist sichergestellt, dass Tierschutz und Sicherheit von Mensch und Tier im praktischen Jagdeinsatz nicht gefährdet werden. Hintergrund des Ortstermins ist die Umsetzung der Tierschutz-Hundeverordnung in Bayern. Thorsten Glauber, als zuständiger Minister für die Umsetzung der Hundeverordnung in Bayern sicherte dem JKA zu, dass eine praxisgerechte Jagdhundeausbildung auch künftig gewährleistet ist. "Wir setzen auch in Zukunft auf eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der bayerischen Jägerschaft. Die Jägerschaft ist für das Bayerische Umweltministerium ein verlässlicher Partner in vielen wichtigen Bereichen", betonte Minister Glauber.

 

ausbildung

 

Tierschutz- Hundeverordnung - Jetzt auch Rechtssicherheit in Bayern

Jetzt Rechtssicherheit für Jagdhundeführer in Bayern

Der Jagdkynologische Arbeitskreis Bayern (JKA) konnte in einer Videokonferenz mit dem Bayerischen Umweltministerium offene Fragen zur Auslegung der Tierschutz-Hundeverordnung klären und damit Rechtssicherheit für die Jagdhunde-Ausbildung erreichen. Eine praxisgerechte Jagdhundeausbildung bleibt auch nach der seit 1. Januar 2022 geltenden Änderung der Tierschutz-Hundeverordnung (TierSchHuV)möglich. Danach ist es verboten, bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden Stachelhalsbänder oder andere für die Hunde schmerzhafte Mittel zu verwenden. Bayern teilt die Auffassung des Bundeslandwirtschaftsministeriums, wonach mit dem Begriff „sonstige schmerzhafte Mittel“ solche Mittel gemeint sind, die in ihrer Schmerzhaftigkeit dem Stachelhalsband vergleichbar sind.

Hunde-Tierschutz-Verordnung - es bewegt sich was

Ausbildung

Nach intensiven Gesprächen zeichnet sich für Bayern eine vernünftige Lösung ab.

Seit Monaten sucht der JKA Bayern in engstem Austausch mit Politik und Verwaltung nach einer brauchbaren Umsetzungsstrategie für die künftige Ausbildung von Jagd- und Diensthunden. Die nämlich wird durch die neue Tierschutz-Hundeverordnung gefährdet. Nach der neuen Tierschutz-Hundeverordnung – die seit Beginn des Jahres bundesweit gilt – ist es verboten, bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden schmerzhafte Mittel zu verwenden. Begründet wird das Verbot mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, die jede Art von Strafreiz bei der Erziehung und Ausbildung von Hunden als nicht tierschutzkonform einstuft. Die Auslegung des Begriffs der schmerzhaften Mittel ist dabei nicht näher konkretisiert und definiert.

Nach einer Videokonferenz mit dem jagdpolitischen Sprecher der CSU, Alexander Flierl, MdL, und dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Umwelt und  Verbraucherschutz der CSU-Landtagsfraktion , Eric Beißwenger, MdL, zeichnet sich jetzt eine Lösung ab, die der Tierschutz-Hundeverordnung Rechnung trägt, die Sicherheit für Mensch und Tier aber dennoch nicht gefährdet.

Gebrauchshunde haben einen verantwortungsvollen Job

Gebrauchshunde, wie Jagd- und Dienst- oder auch Blindenhunde müssen wichtige Aufgaben für die Gesellschaft erfüllen. Ausschließlich mit positiven Reizen – wie es die neue Tierschutz-Hundeverordnung vorgibt – ist  die Ausbildung von solchen Gebrauchshunden kaum machbar und verantwortlich. So müssen unsere Jagdhunde beispielsweise Tierschutz, aber auch Sicherheit für Mensch und Tier gewährleisten. Unverzichtbare Grundlage dafür ist der Gehorsam. Nur der gehorsame Hund ist im Jagdeinsatz zu verantworten.

Warum ist die Ausbildung gefährdet?

Hunde im Jagdbetrieb müssen selbstständig arbeiten und selbstständig Entscheidungen treffen. Gleichzeitig aber müssen sie mit dem Menschen eng zusammenarbeiten und sich von ihm ohne Widerspruch leiten lassen. Zwei Aufgaben, die sich im Grunde entgegenstehen. Erst durch eine intensive Ausbildung ist beides möglich. Positive Reize sind ein wichtiger Teil dieser Ausbildung. Fehlverhalten aber muss im Einzelfall korrigiert werden können, um Tierschutz und Sicherheit von Mensch und Tier zu gewährleisten.

Jetzt brauchen wir praxisgerechte Vollzugshinweise

Die Abgeordneten Alexander Flierl und Eric Beißwenger haben das Thema jetzt aufgegriffen und werden sich in den nächsten Wochen für eine  praktikable Umsetzung in den landesrechtlichen Vollzug aktiv einbringen. Bei der Abstimmung der Argumente wird – auch das haben die beiden Entscheidungsträger zugesagt – die Expertise des JKA Bayern einfließen, damit auch künftig Jagdhunde praxisgerecht und tierschutzkonform ausgebildet werden können.  

 

Brauchbare Jagdhunde auch in Zukunft?

Der Jagdkynologische Arbeitskreis Bayern diskutiert die Tierschutz-Hundeverordnung auf seiner Jahrestagung in Neuhof an der Zenn. / Prominente Gäste nahmen Stellung zur Zukunft des Hundewesens in Bayern.  / Das Präsidium des JKA Bayern wurde im Amt bestätigt.

Mitte August hat der Jagdkynologische Arbeitskreis Bayern (JKA), die bayerische Landesvertretung des JHGV, zu seiner Jahrestagung 2021 nach Neuhof an der Zenn geladen. Der JKA Bayern vertritt fast 9.000 Jagdhundeführer/innen in ganz Bayern. Präsident Frank Wagner konnte mit Karl Walch, Präsident des JGHV, Ernst Weidenbusch, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), Alexander Flierl, MdL, Mitglied im Umweltausschuss des Bayerischen Landtags und jagdpolitscher Sprecher der CSU-Fraktion im Landtag und Prof. Dr. Hartmut Wunderatsch, Vorsitzender des BJV-Jagdhundeausschusses, prominente Gäste und wichtige Entscheidungsträger für die Belange des Hundewesens begrüßen.

Neue Tierschutz-Hundeverordnung erhitzt die Gemüter

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die neue Tierschutz-Hundeverordnung. Sie wurde Ende Juni im Bundesrat auf den Weg gebracht und sorgt im Jagdgebrauchshundewesen für große Diskussionen. Viele befürchten, dass die Ausbildung von brauchbaren Jagdhunden künftig nicht mehr möglich ist. Denn nach der neuen Tierschutz-Hundeverordnung  „….ist verboten, bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden Stachelhalsbänder oder andere für die Hunde schmerzhafte Mittel zu verwenden.“  Dazu zählt zum Beispiel schon ein kräftiger Ruck mit der Leine. Begründet wird das Verbot mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, die jede Art von Strafreiz bei der Erziehung und Ausbildung von Hunden als nicht tierschutzkonform einstuft. Genannt werden die Quellen dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse allerdings nicht.

Jagdhunde müssen auch künftig Tierschutz und Sicherheit gewährleisten!

Ausschließlich mit positiven Reizen aber ist die Ausbildung von Gebrauchshunden kaum machbar und unverantwortlich, erklärte JKA-Präsident Frank Wagner: „Hunde für den Jagdgebrauch dienen dem Tierschutz auf der Jagd. Unsere Jagdhunde müssen diesen Tierschutz, aber auch Sicherheit für Mensch und Tier gewährleisten. Unverzichtbare Grundlage dafür ist der Gehorsam. Nur der gehorsame Hund ist im  Jagdeinsatz zu verantworten.“ 

Hunde im Jagdbetrieb müssen selbstständig arbeiten und sozusagen selbstständige Entscheidungen treffen. Gleichzeitig aber müssen sie  eng mit dem Menschen zusammenarbeiten und sich von ihm ohne Widerspruch leiten lassen.  Zwei Aufgaben, die sich eigentlich widersprechen. Erst durch die intensive Ausbildung ist beides möglich. Frank Wagner: „Positive Reize sind ein wichtiger Teil einer guten Ausbildung. Fehlverhalten aber muss im Einzelfall korrigiert werden können, um Tierschutz und Sicherheit von Mensch und Tier nicht zu gefährden.“

Der tierschutzgerechte Einsatz von Jagdhunden darf nicht verloren gehen!

Deshalb fordert der JKA Bayern von der Bayerischen Staatsregierung, dass sie beim Vollzug dieser Verordnung Augenmaß bewahrt, die Expertise der Fachgremien aus dem Gebrauchshundewesen berücksichtigt und Möglichkeiten schafft, dass auch künftig Jagdhunde praxisgerecht und tierschutzkonform ausgebildet werden können.

Bayerns Jagdhundeausbilder werden laufend geschult

Seit 2013 bietet der JKA Bayern zusammen mit dem Bayerischen Jagdverband für die Jagdhunde-Ausbilder in den Jägervereinen und Kreisgruppen Fortbildungsangebote mit namhaften Kynologen, Wissenschaftlern und Tierärzten gemäß den Vorgaben nach §11 Tierschutzgesetz an.

Präsidium wieder gewählt

Auf der Jahrestagung 2021 wurde das Präsidium des JKA Bayern mit Präsident Frank Wagner, Vizepräsident Sigurd Croneiß und Geschäftsführerin Dr. Gertrud Helm ohne Gegenstimmen im Amt bestätigt.

Nein zum Antibiotika-Verbot für Haustiere!

Keine Antibiotika für Tiere, die auch beim Menschen Einsatz finden: In einem offenen Brief kritisieren vier Spitzenverbände diesen Antrag des Sprechers der Grünen-Fraktion im EU-Parlament. Sie sehen darin einen Verstoß gegen das Staatsziel Tierschutz. Jagdhunde und Beizvögel benötigen bei Verletzungen effektive Hilfe.

Sehr geehrte Damen und Herren,

Deutscher Jagdverband (DJV),  Deutscher Falkenorden (DFO), Orden Deutscher Falkoniere (ODF) und Jagdgebrauchshundverband (JGHV) haben in einem offenen Brief den Antrag von Martin Häusling, agrarpolitischer Sprecher der Fraktion die GRÜNEN/EFA im EU-Parlament, scharf kritisiert: Dieser sieht vor, den Einsatz von Antibiotika, die für eine menschliche Behandlung vorgesehen sind, generell  für Tiere zu verbieten. Die Verbände sehen darin die bewusste Gefährdung von Tierleben und einen Verstoß gegen das Staatsziel Tierschutz. Die Verbände unterstützen hingegen den Ansatz der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA),  wonach Tiermedizin, Humanmedizin und Umweltwissenschaften gemeinsam an einer Reduktion von Antibiotikaresistenzen arbeiten. DJV, DFO, ODF und JGHV fordern die Mitglieder des Europäischen Parlaments auf, Mitte September den Antrag von Martin Häusling abzulehnen.

Auch die Bundestierärztekammer warnt vor einem generellen Verbot des Einsatzes von Antibiotika aus der Humanmedizin für Tiere. Davon betroffene Antibiotika sind oftmals die einzige Therapiemöglichkeit für Heim- und Haustiere, die an lebensbedrohlichen und schmerzhaften bakteriellen Infektionen leiden. Die unterzeichnenden Verbände stellen klar, dass gut ausgebildete Jagdhunde essentiell für eine tierschutzgerechte und effektive Jagd sind. Stöberhunde sind beispielsweise wichtig für die Jagd auf Reh- und Rotwild zur Wildschadensverhütung. Kadaverspürhunde spielen derzeit eine große Rolle bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest. Bei ihrer Arbeit können sich Jagdhunde verletzen, eine effektive Behandlung bakterieller Infektionen mit Antibiotika muss deshalb auch künftig möglich sein.  Greifvögel sind bei vielen Erkrankungen und Verletzungen ebenfalls auf Antibiotika angewiesen. Falknerinnen und Falkner jagen mit ihnen unter anderem auf Friedhöfen, Sportplätzen oder Grünanlagen zur Reduktion von Wildkaninchen - dort ist die Jagd mit dem Gewehr nicht ohne weiteres möglich. Zudem nehmen sie verletzt aufgefundene Greifvögel, Falken und Eulen auf, pflegen diese und bereiten sie auf die Rückkehr in die Freiheit vor.