Jagdkynologischer Arbeitskreis Bayern e.V.

Landesvertretung des JGHV

 

Hunde-Tierschutz-Verordnung - es bewegt sich was

Ausbildung

Nach intensiven Gesprächen zeichnet sich für Bayern eine vernünftige Lösung ab.

Seit Monaten sucht der JKA Bayern in engstem Austausch mit Politik und Verwaltung nach einer brauchbaren Umsetzungsstrategie für die künftige Ausbildung von Jagd- und Diensthunden. Die nämlich wird durch die neue Tierschutz-Hundeverordnung gefährdet. Nach der neuen Tierschutz-Hundeverordnung – die seit Beginn des Jahres bundesweit gilt – ist es verboten, bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden schmerzhafte Mittel zu verwenden. Begründet wird das Verbot mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, die jede Art von Strafreiz bei der Erziehung und Ausbildung von Hunden als nicht tierschutzkonform einstuft. Die Auslegung des Begriffs der schmerzhaften Mittel ist dabei nicht näher konkretisiert und definiert.

Nach einer Videokonferenz mit dem jagdpolitischen Sprecher der CSU, Alexander Flierl, MdL, und dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Umwelt und  Verbraucherschutz der CSU-Landtagsfraktion , Eric Beißwenger, MdL, zeichnet sich jetzt eine Lösung ab, die der Tierschutz-Hundeverordnung Rechnung trägt, die Sicherheit für Mensch und Tier aber dennoch nicht gefährdet.

Gebrauchshunde haben einen verantwortungsvollen Job

Gebrauchshunde, wie Jagd- und Dienst- oder auch Blindenhunde müssen wichtige Aufgaben für die Gesellschaft erfüllen. Ausschließlich mit positiven Reizen – wie es die neue Tierschutz-Hundeverordnung vorgibt – ist  die Ausbildung von solchen Gebrauchshunden kaum machbar und verantwortlich. So müssen unsere Jagdhunde beispielsweise Tierschutz, aber auch Sicherheit für Mensch und Tier gewährleisten. Unverzichtbare Grundlage dafür ist der Gehorsam. Nur der gehorsame Hund ist im Jagdeinsatz zu verantworten.

Warum ist die Ausbildung gefährdet?

Hunde im Jagdbetrieb müssen selbstständig arbeiten und selbstständig Entscheidungen treffen. Gleichzeitig aber müssen sie mit dem Menschen eng zusammenarbeiten und sich von ihm ohne Widerspruch leiten lassen. Zwei Aufgaben, die sich im Grunde entgegenstehen. Erst durch eine intensive Ausbildung ist beides möglich. Positive Reize sind ein wichtiger Teil dieser Ausbildung. Fehlverhalten aber muss im Einzelfall korrigiert werden können, um Tierschutz und Sicherheit von Mensch und Tier zu gewährleisten.

Jetzt brauchen wir praxisgerechte Vollzugshinweise

Die Abgeordneten Alexander Flierl und Eric Beißwenger haben das Thema jetzt aufgegriffen und werden sich in den nächsten Wochen für eine  praktikable Umsetzung in den landesrechtlichen Vollzug aktiv einbringen. Bei der Abstimmung der Argumente wird – auch das haben die beiden Entscheidungsträger zugesagt – die Expertise des JKA Bayern einfließen, damit auch künftig Jagdhunde praxisgerecht und tierschutzkonform ausgebildet werden können.  

 

Brauchbare Jagdhunde auch in Zukunft?

Der Jagdkynologische Arbeitskreis Bayern diskutiert die Tierschutz-Hundeverordnung auf seiner Jahrestagung in Neuhof an der Zenn. / Prominente Gäste nahmen Stellung zur Zukunft des Hundewesens in Bayern.  / Das Präsidium des JKA Bayern wurde im Amt bestätigt.

Mitte August hat der Jagdkynologische Arbeitskreis Bayern (JKA), die bayerische Landesvertretung des JHGV, zu seiner Jahrestagung 2021 nach Neuhof an der Zenn geladen. Der JKA Bayern vertritt fast 9.000 Jagdhundeführer/innen in ganz Bayern. Präsident Frank Wagner konnte mit Karl Walch, Präsident des JGHV, Ernst Weidenbusch, Präsident des Bayerischen Jagdverbandes (BJV), Alexander Flierl, MdL, Mitglied im Umweltausschuss des Bayerischen Landtags und jagdpolitscher Sprecher der CSU-Fraktion im Landtag und Prof. Dr. Hartmut Wunderatsch, Vorsitzender des BJV-Jagdhundeausschusses, prominente Gäste und wichtige Entscheidungsträger für die Belange des Hundewesens begrüßen.

Neue Tierschutz-Hundeverordnung erhitzt die Gemüter

Im Mittelpunkt der Diskussionen stand die neue Tierschutz-Hundeverordnung. Sie wurde Ende Juni im Bundesrat auf den Weg gebracht und sorgt im Jagdgebrauchshundewesen für große Diskussionen. Viele befürchten, dass die Ausbildung von brauchbaren Jagdhunden künftig nicht mehr möglich ist. Denn nach der neuen Tierschutz-Hundeverordnung  „….ist verboten, bei der Ausbildung, bei der Erziehung oder beim Training von Hunden Stachelhalsbänder oder andere für die Hunde schmerzhafte Mittel zu verwenden.“  Dazu zählt zum Beispiel schon ein kräftiger Ruck mit der Leine. Begründet wird das Verbot mit wissenschaftlichen Erkenntnissen, die jede Art von Strafreiz bei der Erziehung und Ausbildung von Hunden als nicht tierschutzkonform einstuft. Genannt werden die Quellen dieser wissenschaftlichen Erkenntnisse allerdings nicht.

Jagdhunde müssen auch künftig Tierschutz und Sicherheit gewährleisten!

Ausschließlich mit positiven Reizen aber ist die Ausbildung von Gebrauchshunden kaum machbar und unverantwortlich, erklärte JKA-Präsident Frank Wagner: „Hunde für den Jagdgebrauch dienen dem Tierschutz auf der Jagd. Unsere Jagdhunde müssen diesen Tierschutz, aber auch Sicherheit für Mensch und Tier gewährleisten. Unverzichtbare Grundlage dafür ist der Gehorsam. Nur der gehorsame Hund ist im  Jagdeinsatz zu verantworten.“ 

Hunde im Jagdbetrieb müssen selbstständig arbeiten und sozusagen selbstständige Entscheidungen treffen. Gleichzeitig aber müssen sie  eng mit dem Menschen zusammenarbeiten und sich von ihm ohne Widerspruch leiten lassen.  Zwei Aufgaben, die sich eigentlich widersprechen. Erst durch die intensive Ausbildung ist beides möglich. Frank Wagner: „Positive Reize sind ein wichtiger Teil einer guten Ausbildung. Fehlverhalten aber muss im Einzelfall korrigiert werden können, um Tierschutz und Sicherheit von Mensch und Tier nicht zu gefährden.“

Der tierschutzgerechte Einsatz von Jagdhunden darf nicht verloren gehen!

Deshalb fordert der JKA Bayern von der Bayerischen Staatsregierung, dass sie beim Vollzug dieser Verordnung Augenmaß bewahrt, die Expertise der Fachgremien aus dem Gebrauchshundewesen berücksichtigt und Möglichkeiten schafft, dass auch künftig Jagdhunde praxisgerecht und tierschutzkonform ausgebildet werden können.

Bayerns Jagdhundeausbilder werden laufend geschult

Seit 2013 bietet der JKA Bayern zusammen mit dem Bayerischen Jagdverband für die Jagdhunde-Ausbilder in den Jägervereinen und Kreisgruppen Fortbildungsangebote mit namhaften Kynologen, Wissenschaftlern und Tierärzten gemäß den Vorgaben nach §11 Tierschutzgesetz an.

Präsidium wieder gewählt

Auf der Jahrestagung 2021 wurde das Präsidium des JKA Bayern mit Präsident Frank Wagner, Vizepräsident Sigurd Croneiß und Geschäftsführerin Dr. Gertrud Helm ohne Gegenstimmen im Amt bestätigt.

Aktuelles Hygienekonzept für Prüfung und Ausbildung

Jugendprüfungen nur mit Hygienekonzept

Die Frühjahrsprüfungen sind grundsätzlich nach Maßgabe des § 17 der 12. BayIfSMV weiterhin möglich.


Die Jagdhundeausbildung ist derzeit nach der 12. BayIfSMV in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz von bis zu 100 zulässig (§ 20 Abs. 2 der 12. BayIfSMV). Im aktualisierten BJV-Hygienekonzept finden Sie alle wichtigen Hinweise dazu.

Hundekurs dahoam

Aufgrund der Corona-Beschränkungen müssen immer wieder die Hundekurse ausgesetzt werden. Da geht wertvolle Zeit für die Ausbildung vor allem für die Junghunde verloren. Mit etwas Extra-Training können Sie diese Lücken schnell schließen und die Ausfallzeiten ausgleichen. Wir  zeigen Ihnen Übungen, die Sie sehr gut zwischendurch machen können, ganz einfach auch beim „Gassigehen“:

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Im Zweifel für den brauchbaren Jagdhund und die waidgerechte Jagd

Nachsuche mit geprüftem brauchbaren Jagdhund

Ein wichtiges Urteil zum Einsatz von "brauchbaren Jagdhunden" hat das Verwaltungsgericht in Schleswig Holstein gefällt. 

Für einen ehemaligen Vizepräsidenten eines Landesjagdverbandes war das ein tiefer Fall! Der erfahrene Jäger und Gutsherr Hans-Werner B. aus Ostholstein hatte das getan, was er nach eigenen Aussagen immer schon so getan hat – und verlor dadurch Jagdschein und Waffenbesitzkarte. Die 7. Kammer des Verwaltungsgerichts Schleswig-Holstein hatte den Widerspruch von Jäger B. nun zurückgewiesen und in der Begründung dieser Entscheidung (Az 7 B 11/20) Maßstäbe gesetzt, die auch für andere Verfahren und Vergehen rund um die Jagd von weitreichender Bedeutung sein werden.

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