Jagdkynologischer Arbeitskreis Bayern e.V.

Landesvertretung des JGHV

 

Spürnasen helfen beim Seuchenschutz

Expertenrunde im Feuchter Forst

Fünf Hundegespanne sind am 22. 02.2021 im Feuchter Forst zur "Zertifizierung von Kadaversuchhunden (ASP-KSH)“ angetreten. Der JKA Bayern hat zusammen mit dem Bayerischen Jagdverband (BJV) und dem Bayerischen Verbraucherschutzministerium eine Pilotstaffel von Kadaversuchhunden aufgestellt, die jetzt zur Prüfung angetreten sind.

Alle fünf Gespanne wurden von Christiana Lux, 2. Vorsitzende des JGV Bayern, seit dem Sommer 2020 auf die anspruchsvolle Prüfung vorbereitet. Herzlichen Dank dafür. Alle fünf Gespanne konnten die Prüfung erfolgreich bestehen.  Durch diese Prüfung soll die besondere Zuverlässigkeit der Hunde im Anzeigen von verendetem Schwarzwild in ASP Gebieten festgestellt werden. Dabei muss der Hund kaltes Schwarzwild, welches er zufällig und ohne jeden Einfluss seines Führers findet, in geeigneter Weise anzeigen und seine/n Führer/in an die Fundstelle führen.

Prüfungsleiter Frank Wagner war beeindruckt von der Leistung der fünf geprüften Gespanne und und sieht in der Prüfung den Grundstein für eine flächendeckende Abdeckung Bayerns für den Ernstfall: „Die Idee war es, Erfahrungen mit der Ausbildung der Kadaversuchhunde zu gewinnen und dann diese Ausbildung in den einzelnen Regierungsbezirken anzubieten." Mit der Prüfung allein ist es allerdings nicht getan. Jetzt müssen die Gespanne den Ausbildungsstand auch erhalten, um im Ernstfall die erforderliche Leistung zu erbringen. 

Jäger aktiv in der ASP Prävention

Staatsminister Thorsten Glauber vom Bayerischen Verbraucherschutzministerium, BJV-Präsident Ernst Weidenbusch, MdL,  und BJV Regierungsbezirksvorsitzender von Mittelfranken, Volker Bauer, MdL, überzeugten sich selbst von dem Projekt. Es ergänzt die vielen in Bayern bereits flächendeckend von Jägern in den Revieren umgesetzten Präventionsmaßnahmen und Notfallpläne. Volker Bauer freute sich, dass bayernweit diese erste Prüfung in Mittelfranken stattfand: „Wenn im Falle eines Ausbruches das Problem nicht in den Griff gebracht wird, hat die Landwirtschaft extreme wirtschaftliche Schäden zu befürchten. In dem Projekt sehe ich großes Potenzial, diese im Ernstfall abwenden zu können.“

Echte Spezialisten!

Ein ASP-Kadaversuchhund ist ein echter Spezialist, Hund und Hundeführer müssen bereit sein, Außergewöhnliches zu leisten. Der Hund muss über einen guten Grundgehorsam verfügen, umweltfest und sozialverträglich sein und den Willen zum Stöbern haben; lebendes Schwarzwild darf dabei zwar angezeigt, aber nicht verfolgt werden.  Prof. Hartmut Wunderatsch, BJV Regierungsbezirksvorsitzender von Oberfranken und Vorsitzender des BJV Ausschusses „Jagdhundewesen“ sieht in dem Pilotprojekt einen Meilenstein für eine bayernweite Abdeckung mit Gespannen: "Das Konzept für den Aufbau einer Kadaver-Suchhundestaffel steht. Wir konnten heute die Arbeit der Gespanne erstmals überprüfen und ich kann sagen: Es funktioniert. Der landesweite Aufbau einer Kadaver-Suchhundestaffel kann somit beginnen. Damit leisten die bayerischen Jäger gemeinsam mit dem JKA erneut einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest."

 

reinigung

Der Hund darf bei der Suche keinen direkten Kontakt zu den Kadavern haben, um Kontaminierungen zu vermeiden. Nach der Suche werden Pfoten und Fell desinfiziert, auch das gehört zur Prüfung.
C. Trepesch, BJV

Pressemitteilung aus dem Bayerischen Verbraucherschutzministerium: ASP-Prävention - Neue Hundestaffel einsatzbereit

Presseartikel "Das Nürnberger Land": Spürnasen gegen die Seuche

Bayerisches Fernsehen: Mit Kadaversuchhunden gegen die Afrikanische Schweinepest